Deutscher Bundestag nimmt Anpassung an EU-Recht vor.

Wenn das Gesetz zur Neuregelung des Schornsteinfegerwesens voraussichtlich Mitte September vom Bundesrat gebilligt wird, können die Eigentümer von Immobilien demnächst selbständig entscheiden, welcher Schornsteinfeger für sie die verschiedenen Überprüfungen, Messungen und Kehrungen vornimmt. Der Deutsche Bundestag passt damit die bisherigen Regelungen zum Schornsteinfegerwesen an bestehendes EU-Recht an. Allerdings gilt zunächst noch eine ausgedehnte Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2013.

Für die Verbraucher kann das eine angenehme Sache werden, da die Neuregelungen erstmalig einen echten Wettbewerb einläuten, den das Schornsteinfegerhandwerk bisher so nicht kannte. Hinzu kommt, dass mit Billigung des Gesetzes vom 30. Juni 2008 auch Dienstleistungsbetriebe aus dem Bereich Heizung, Sanitär und Klima ihr Tätigkeitsfeld auf das Schornsteinfegerhandwerk ausdehnen können. Vorausgesetzt ist dazu allerdings der Erwerb einer Zusatzqualifikation. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wird im Zuge dessen ein online zugreifbares Register einrichten, das alle qualifizierten und berechtigten Betriebe auflistet.

Brandsicherheit und Umweltschutz dürfen selbstverständlich nicht unter der Neuregelung leiden, und deshalb wird es auch in Zukunft Pflicht bleiben, die fristgerechte Durchführung der betreffenden schornsteinfegerischen Arbeiten nachzuweisen, ganz unabhängig davon, wer nun Auftragnehmer ist. Eine regelmäßige Feuerstättenschau durch den Bezirksschornsteinfeger wird in diesem Zusammenhang dafür sorgen, dass die Immobilieneigentümer jederzeit über die notwendigen Termine informiert sind.